Le Concert des Nations

| La Capella Reial de Catalunya

NDR Das Alte Werk | Sonderkonzert

Dirigent
Jordi Savall
Solist
Daniele Carnovich, Bass
Sergio Foresti, Bass
David Sagastume, Countertenor
Makoto Sakurada, Tenor
Jordi Savall, Sopran
Lluís Vilamajó, Tenor
Furio Zanasi, Bariton
Solistin
Emanuela Galli, Sopran
Monica Piccinini, Sopran
Claudio Monteverdi
„Vespro della Beata Vergine“ (Marienvesper)

Kann es Zufall sein? Ausgerechnet die drei großen, wenn nicht größten Werke der geistlichen Musik bereiten der Nachwelt das heftigste Kopfzerbrechen: Beethovens Missa solemnis, Bachs h-Moll-Messe und Monteverdis Marienvesper. Fragen ohne Antworten – bis hin zu dem wiederkehrenden Zweifel, ob es sich überhaupt um „Werke“ im traditionellen Verständnis handelt oder nicht vielmehr um Sammlungen, Musterbücher, zweckfreie Projekte. Waren sie für (vollständige) Aufführungen bestimmt, passten sie zu den Forderungen der Liturgie, gehörten sie in die Kirche oder nicht doch in den Konzertsaal? Monteverdi lagen solche Gedanken und Bedenken offenbar fern, als er 1610 in einem gemeinsamen Druck die anachronistische, nach den Gesetzen der strengen Polyphonie gebildete Missa „In illo tempore“ mit der modernen, von den Zwängen der Lehrbücher und Liturgie befreiten Marienvesper vereinte: gewissermaßen Altes und Neues Testament der italienischen Kirchenmusik in einem Band. Schon im Titel stellte Monteverdi  ausdrücklich fest, dass seine Vesper in der Kapelle ebenso am Platze sei wie in der fürstlichen Kammer – vor allem aber die Komposition selbst bestätigt die vielseitige Eignung für das höfische Konzert, den Gottesdienst, für Zeremonie und Repräsentation nach innen und außen. „Auch vierhundert Jahre nach seiner Entstehung hat dieses Werk nichts von seiner Ausdruckskraft und außergewöhnlichen Intensität eingebüßt“, sagt Jordi Savall. „Das liegt zweifellos an dem Genie Monteverdis, der es mehr als irgend sonst ein Komponist seiner Zeit verstand, die verschiedenen Bewegungen auszuschöpfen, die um das Jahr 1600 aufgekommen waren.

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Im Rahmen des Elbphilharmonie Festivals „Lux aeterna“