NDR Das Alte Werk
- Ensemble
- Pygmalion
- Leitung
- Raphaël Pichon
- Solist
- Benoît Arnould, Bass
- Thomas Hobbs, Tenor
- Terry Wey, Countertenor
- Solistin
- Sabine Devieilhe, Sopran
- Johann Sebastian Bach
- Köthener Trauermusik BWV 244a (Rekonstruktion und Fassung:Raphaël Pichon und Morgan Jourdain)
Als „Erzkantor“, „Spielmann Gottes“ und „fünfter Evangelist“ sollte Johann Sebastian Bach in die Geschichte der Musik eingehen. Nicht von ungefähr: Den Maßstab setzte das Amt des Leipziger Thomaskantors, das er am längsten, wenngleich nicht am liebsten innehatte. Seine musikalisch anspruchsvollste und gewiss auch dankbarste Aufgabe aber hatte Bach zuvor als Hofkapellmeister im anhaltischen Köthen gefunden, als er dort eine Elite der exzellentesten Virtuosen und „CammerMusici“ um sich versammelte. Mit dem regierenden Fürsten Leopold diente Bach da mals einem „gnädigen und Music so wohl liebenden als kennenden“ Aristokraten, der selbst die Violine, die Gambe und das Cembalo spielte. Für eine Gedächtnisfeier zu Ehren des früh verstorbenen Fürsten schickte der Thomaskantor und ehemalige Hofkapellmeister 1729 eine Trauermusik aus Leipzig nach Köthen: „Klagt, Kinder, klagt es aller Welt“ BWV 244a auf einen Text seines bewährten literarischen Mitstreiters Picander. Da jedoch nur dessen Dichtung überliefert ist, Bachs Komposition hingegen allenfalls auf dem Wege der Rekonstruktion aus anderen Werken geschlossen werden kann, aus der Matthäus-Passion BWV 244 und der Trauer-Ode BWV 198, gerät jede Aufführung der Köthener Trauermusik zum rückwärtsgewandten Experiment: So könnte es gewesen sein. Der Reiz der Zeitreise allerdings scheint unwiderstehlich, insbesondere wenn das Ensemble Pygmalion mit seinem Gründer Raphaël Pichon nach Hamburg kommt. Die Bach-Einspielungen der jungen französischen Musiker wurden mit dem Diapason d’Or de l’année 2008 und dem Orphée d’Or de l’Aca dé mie du disque lyrique ausgezeichnet.