„Baroque meets Jazz“

| Michel Godard

NDR Das Alte Werk | Sonderkonzert

Leitung
Michel Godard
Solist
Bruno Helstroffer, Theorbe
Olivier Lété, Bassgitarre
Gavino Murgia, Saxophon & Gesang
Solistin
Guillemette Laurens, Mezzosopran
Fanny Paccoud, Barockvioline
Claudio Monteverdi
"Pur ti miro" I "Adagiati Poppea" (aus „L'incoronazione di Poppea“) - "Con che soavita" I "Zefiro torna" (7. Madrigalbuch) - "Si dolce è il tormento" (aus “Quarto scherzo delle ariose vaghezze”) - "Lamento d’Arianna"

Michel Godard war noch ein Kind, als er im Fernsehen Monteverdis „L’incoronazione di Poppea“ sah: „Seitdem ist Monteverdi ein Teil meiner Arbeit als Improvisator und Jazzmusiker. Seine phantastischen Melodien gehören zu meinen liebsten Standards“. Nebenbei: der virtuose Tubist ist auch ein gefragter Meister auf dem Serpent, dem Bass-Instrument der Zinken-Familie. Jetzt bringt er diese zwei Seiten seiner musikalischen Persönlichkeit zusammen. „Es gibt viele Gemeinsamkeiten zwischen einem Musiker des 16. Jahrhunderts und einem Jazzmusiker heute. Schon damals gab es nur wenig Probenzeit. Wir wissen zum Beispiel, dass die Oper ,Il Combattimento‘ in nur wenigen Stunden inszeniert wurde. Da wurde vieles den Musikern anvertraut.“ Nun hat sich Godard einige seiner Freunde, allesamt erfahrene Improvisatoren, eingeladen. „Es ging darum, eine Sprache zu finden, die es erlaubt, dass man sich auf gemeinsamem Terrain begegnet.“ Sofort kam ihm Guillemette Laurens in den Sinn: „Sie singt mit einer solchen Überzeugung, Monteverdi ist so sehr ein Teil von ihr“. Zusammen mit Fanny Paccoud, einer Expertin für Barockvioline und Theorben-Spieler Bruno Helstroffer bildet die Sängerin den ‚barocken‘ Teil des Ensembles. Godard selbst, der E-Bassist Olivier Lété (bekannt aus dem Louis Sclavis-Trio) und der sardische
Saxophonist Gavino Murgia vertreten den erdigeren, jazzigen Part. Dies ist weniger Gegenüberstellung denn anregendes Miteinander, wenn Theorbe und Bass einander tänzerisch umkreisen, das Serpent federleicht der Violine antwortet - und die bewegenden Arien Monteverdis ein Echo im archaischen Obertongesang finden.