NDR Chor

NDR Chor: Welt und Geist

März 11, 2018, 18:00

Hauptkirche St. Nikolai, Hamburg
ab 28,40 €
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Programm:

  • Arvo Pärt: Nunc dimittis, Dopo la vittoria. Piccola cantata; Magnificat für vierstimmigen gemischten Chor
  • Verjo Tormis: Virmalised (Nordlicht) aus Talvemustrid (Wintermuster), Teil IV des Zyklus Loodupildid (Naturbilder)
  • Krzysztof Penderecki: Agnus Dei für achstimmigen gemischten Chor
  • Raymond Murray Schafer: Epitaph for Moonlight
  • Sergej I. Tanejew: Swiosdi (Sterne), Wetscher (Abend), Raswalini baschni (Die Ruinen des Turms) aus 12 Chöre a cappella nach Gedichten von jakow Polonski op. 27

Besetzung

Gesang
NDR Chor
Dirigent
Tõnu Kaljuste

Tõnu Kaljuste dirigiert den NDR Chor

Er wurde berühmt im Zuge der "Singenden Revolution" Estlands: Tõnu Kaljuste. Auch als Leiter bedeutender Profichöre machte er sich weltweit einen Namen. 2018 wird er für die drei Konzerte Welt und Geist mit dem NDR Chor zu Gast sein.

Pärt und Tormis exemplarisch für Estland

In einer Liste der zwölf bedeutendsten Persönlichkeiten aus dem heutigen Estland führte eine Zeitung 2014 zwei Musiker ganz vorn an: den Komponisten Arvo Pärt auf Platz eins und auf Platz zwei den Dirigenten Tõnu Kaljuste. Mit seinem Philharmonischen Kammerchor der "Singenden Revolution" im Baltikum schuf er noch vor den Wendejahren ein professionelles Rückgrat. Das heutige Kulturleben Estlands und seine internationale Ausstrahlung verdanken ihm viel. Er wurde zu einem sehr gefragten Dirigenten weltweit - vor allem bei Profichören. Als Chefdirigent leitete er bereits den Dänischen Rundfunkchor und den Niederländischen Kammerchor.

2018 wird Tõnu Kaljuste bei drei Sonderkonzerten gemeinsam mit dem NDR Chor auftreten. Zwei prägende estnische Komponisten stehen dann im Vordergrund: Arvo Pärt und Veljo Tormis. Tormis, bei dem Pärt studierte, entwickelt sich in den 60er Jahren zum Bartók Estlands. Alte Volksgesänge nutzte er als Grundlage für freie Kompositionen und Volksliedbearbeitungen. Zwei Pionierwerke dieser Richtung beschließen das Programm.

Arvo Pärt, der 1980 Estland verließ, wurde vor allem durch seinen Stil einer radikalen Vereinfachung und meditativen Klanglichkeit bekannt. Die große Bandbreite dieses Ideals demonstriert Kaljuste an zwei Vertonungen biblischer Hymnen und einer Kantate, welche die Legende um die Entstehung des "Te Deum", des Großen Lobgesangs, erzählt. Kaljuste stellt die beiden Landsleute in Zusammenhänge, die für seine ästhetische Erfahrung wichtig waren.

Werke von Penderecki, Tanejew und Schafer ebenfalls im Programm

Krzysztof Penderecki steht beispielhaft für die (Post-)Moderne in Polen, die in Osteuropa lange die Vorreiterrolle spielte. Mit seinem musiklaisch-poetischen Stilbewusstsein nahm der Tschaikowsky-Schüler Sergej Tanejew um 1900 eine Minderheitenposition in der russischen Musik ein. Raymon Murray Schafer, ein kanadischer Zeitgenosse von Tormis, Penderecki und Pärt, weist in seinen Werken der 60er Jahre den Interpreten einen großen Anteil an der Ausgestaltung seiner (grafisch notierten) Partituren zu - im Sinne einer Avantgarde, die auf unmittelbare Klangwirkung setzt.


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