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Der Nussknacker

Ein klassisches Winterballett

Ein Szenenbild der Aufführung des Nussknackers von John Neumeier in der Hamburgischen Staatsoper

Der Sommer neigt sich dem Ende zu. Es folgt ein nahtloser Übergang in den Herbst. Ab September gibt es Lebkuchen, Spekulatius und andere weihnachtliche Leckereien im Supermarkt zu kaufen. Man schüttelt schmunzelnd den Kopf. „Weihnachten ist doch noch so lange hin!“, heißt es überall. Doch plötzlich geht es schneller, als einem eigentlich lieb ist. Man tritt morgens vor die Tür und zieht fröstelnd die Schultern hoch. „Ist das aber kalt geworden!“, wundert man sich erstaunt. Morgens verlässt man im Dunkeln das Haus und wenn man abends zurückkehrt, ist es ebenso dunkel. Die Gradzahlen fallen von Tag zu Tag ein Stückchen weiter nach unten auf dem Barometer und man fängt an sich wärmer anzuziehen und sich langsam auf den Winter einzustellen. Bei Regen, Sturm oder Schnee möchte kaum jemand einen Fuß vor die Tür setzen und sich lieber mit einer Wärmflasche und einer heißen Tasse Tee ins Bett kuscheln. Damit einem nicht irgendwann die Decke auf den Kopf fällt, sollte man sich ab und zu etwas Schönes außerhalb des Hauses gönnen. Eine besonders nette Möglichkeit dem Wetter zu entfliehen ist der Besuch einer klassischen Ballettaufführung, zum Beispiel Der Nussknacker von John Neumeier.

Die Geschichte des Nussknacker begeistert Jung und Alt

Ob allein oder in Begleitung des Partners oder der Partnerin, ob in Familie oder mit Freunden, ob Jung oder Alt: Lassen Sie sich verzaubern und begeben Sie sich in die geheimnisvolle Welt des Balletts. Sehen Sie es als die perfekte Möglichkeit, dem Alltag zu entfliehen und sich für ein paar Stunden in eine romantische Welt voller Träume und Sehnsüchte entführen zu lassen. Die Vielfalt an Ballettstücken ist groß, da ist für jeden die richtige Geschichte dabei. Eines der populärsten Ballette ist der Nussknacker. Seit über einem Jahrhundert wird das märchenhafte Stück von vielen Theatern und Opern vor allem in der Weihnachtszeit aufgeführt.

Der Nussknacker

Die Geschichte über den Nussknacker und den Mausekönig verfasste E.T.A. Hoffmann im Jahre 1816. Alexandre Dumas Interpretation dieser Erzählung wurde später von Pjotr Iljitsch Tschaikowsky vertont und es entstand ein Klassiker unter den Balletten. Die russische Uraufführung fand damals am 18. Dezember 1892 im Mariinsky-Theater in St. Petersburg statt.

Der Nussknacker ist ein Klassiker im feinsten Sinne – ein Ballett voller Tanz, dem klassischen Bewegungsvokabular aufs vollkommenste Reverenz erweisend. Er bietet bei aller Opulenz eine unbestechliche Schule des Sehens, an der Tradition studiert werden kann, die noch heute absolut gültig ist. – Hamburger Abendblatt

Der Nussknacker erzählt die Geschichte eines jungen Mädchens namens Marscha, das am Weihnachtsabend von ihrem Patenonkel Drosselmeyer einen Nussknacker geschenkt bekommt. In der folgenden Nacht träumt sie von einer Schlacht, in der die vom Nussknacker angeführten Spielzeugsoldaten gegen das Heer des Mäusekönigs kämpfen. Der Nussknacker siegt und verwandelt sich in einen Märchenprinzen. Zusammen mit dem Prinzen reist Marscha in das Reich der Süßigkeiten. Auf Schloss Zuckerburg veranstaltet die dort ansässige Zuckerfee zu Ehren ihrer Gäste ein großes Fest.

Das Ballett Der Nussknacker setzt sich aus märchenhaften Einzelszenen zusammen. Klassischerweise beginnt das Ballett mit einer Ouvertüre. Danach ist das Stück in in drei Akte beziehungsweise in vier Bilder aufgeteilt. Genauere Informationen zu den einzelnen Szenerien finden Sie im nächsten Absatz.

Die frühe russische, etwas altmodische Urfassung vom Nussknacker ist inzwischen vielfach neu definiert worden. Eine der schönsten Fassungen führt John Neumeier seit einigen Wintern in der Hamburgischen Staatsoper auf.

Seine Interpretation des Nussknackers thematisiert den Abschied der Kindheit. Der Zeitpunkt, an dem man aufhört Kind zu sein, aber auch noch nicht erwachsen ist. Das Stück ist in drei Bilder aufgeteilt. Das erste Bild zeigt Maries zwölften Geburtstag. Ihr Bruder Fritz lädt seinen Regimentskameraden Günther ein, der Marie einen Nussknacker schenkt. Ihre Schwester Louise, Ballerina am Hoftheater, bittet ihren Ballettmeister Drosselmeier zu Gast, der ein Paar Spitzenschuhe als Präsent mitbringt. Marie ist fasziniert von Drosselmeier, doch verlieben tut sie sich in Günther. Im zweiten Bild schleicht sich Marie – den Nussknacker im Arm haltend – in das Zimmer. Denn alle Gäste sind bereits gegangen und sie möchte heimlich ihre Spitzenschuhe anprobieren. Im Traum führt Drosselmeier sie in die wunderbare Welt des Theaters. Dort trifft sie Günther als Solist des Hofballetts und tanzt mit ihm das erste Mal auf Spitze. Sie nimmt an einer großen Probe teil. Im dritten Bild entsteht daraus die Aufführung. Die leere Bühne verwandelt sich in eine Szenerie und Drosselmeier führt mehrere Divertissements vor. Im Grand Pas de Deux tanzt Louise mit Günther. Plötzlich wird Marie aufgeweckt – die Zauberwelt verschwindet und sie nimmt wehmütig Abschied von ihrem Traum.

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