Slow Burn
William Forsythe zählt zu den bedeutendsten Choreografen unserer Zeit. Im Zentrum von Blake Works V (The Barre Project) steht die Ballettstange („barre“) als visuelles und inhaltliches Leitmotiv. Während der Pandemie 2020 wurde sie für viele Tänzerinnen zum wichtigsten Trainingsmittel – oft improvisiert im eigenen Zuhause. In diesem Kontext entstand The Barre Project (Blake Works II) zunächst über Zoom und wurde 2021 uraufgeführt. Inspiriert von den Elektro-Pop-Kompositionen von James Blake entwickelte Forsythe das Werk kontinuierlich weiter bis zur heutigen Bühnenfassung. Seine Choreografie verbindet klassische Eleganz mit spürbarer Tanzfreude.
„Lass dir alles geschehen: Schönheit und Schrecken.“ Dieses Rilke-Zitat prägt Aszure Bartons Slow Burn. Im Mittelpunkt stehen zwei Frauen, ergänzt durch eindrucksvolle Gruppenszenen. Barton hebt die oft unterschätzte Stärke, Weisheit und Geduld älterer Frauen hervor. Die Neukomposition von Ambrose Akinmusire für großes Orchester verleiht dem Stück eine filmische Klangwelt. Die Kostüme von Michelle Jank entstehen nach dem Prinzip „working with what’s there“ aus recycelten Materialien des Fundus der Hamburgischen Staatsoper.