Die Elbphilharmonie
Am 11. Januar 2017 öffneten sich die Türen zu einem der wohl umstrittensten Bauwerke der letzten Jahre. Nicht nur aufgrund ihrer Kosten, die die Erwartungen weit überschritten haben, sondern auch wegen ihrer interessanten und einzigartigen Bauweise gehen die Meinungen hier teilweise sehr weit auseinander. Wir werfen einen Blick hinter die Kulissen und erklären die Leistungen in Planung und Design der Architekten Herzog & de Meuron und des Akustikers Yasuhisa Toyota. Mit dem Bau des Konzerthauses sollte nicht nur eine akustische Meisterleistung vollbracht werden, es soll zukünftig auch das neue Wahrzeichen der Stadt Hamburg darstellen und dementsprechend gewisse Merkmale widerspiegeln. Die geschwungene und gläserne Dachform der Philharmonie ist auf dem originalen Kaiserspeicher A platziert worden, dessen Geschichte bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts zurückzuführen ist und dessen Fassade heute unter Denkmalschutz steht. Durch den roten Backsteinkörper lässt sich die typische Hamburger Architektur in dem neuen Gebäude wiederfinden und bringt gleich ein bisschen Geschichte mit sich. Der Glasaufsatz mit seinen unterschiedlich geformten und bedruckten Elementen spiegelt das Wasser, den Himmel und die Stadt auf immer andere Weise wider. So entsteht ein nie endender Tanz zwischen der Elbphilharmonie und dem ikonischen Hafengebiet. Der Große Konzertsaal ist mit seinen 2.100 Plätzen der Hauptsaal des Hauses – doch dieser große Raum bringt einige Herausforderungen für seine akustisch wertvolle Gestaltung mit sich. Die Höhe und Ausrichtung des Raumes hat großen Einfluss auf seine akustische Wirkung. Mit 30 Metern Höhe ist der Große Saal der Elbphilharmonie weit höher als gängige Konzertsäle und der zukünftig gute Klang daher umstritten. Auch in der Ausrichtung eines Konzertsaales für klassische Musik gibt es unterschiedliche Ansichten. Allgemein gibt es zwei verschiedene Typen von Konzertsälen: den „Schuhkarton“ und den „Weinberg“. Im viereckigen Schuhkarton ist das Orchester am Ende des Saales vor dem Publikum platziert, so um Beispiel in München und Dortmund. Anders als beim Weinberg-Prinzip, bei dem sich das Orchester in der Mitte des oval förmigen Saales befindet und die Publikumsränge von allen Seiten nach oben aufsteigen. Die Ansichten darüber, welcher Typ der bessere ist, gehen weit auseinander. Unterm Strich lässt sich lediglich festhalten: es gibt keine bessere Variante, das Endergebnis ist ein Zusammenspiel vieler Komponenten.